adidas kommentiert neue Südwind-Studie: PT Kizone ignoriert

„Viele zum Teil erzwungene Überstunden, kaum erreichbare Zielvorgaben und Hungerlöhne prägen noch immer den Alltag von Hundertausenden von TextilarbeiterInnen in Indonesien, auch in jenen Zuliefer-betrieben, die für Premiummarken wie Adidas und Nike fertigen.“

Zu diesem Fazit kommt die am 6. November 2012 vom Südwind-Institut, der indonesischen Nichtregierungsorganisation „Trade Union Rights Center“ (TURC) und der „Sedane Labour Information Organisation“ (LIPS) veröffentlichte Studie mit dem Titel “Arbeitsrechtsverstöße in Indonesien. Was können Investoren tun?”.

In Windeseile versuchte die Sustainability-Abteilung der adidas-Gruppe mit einer noch am selben Tag erscheinenden Pressemitteilung einen Imageschaden abzuwenden und wies die Vorwürfe vehement zurück. Innerhalb weniger Stunden wurde der von Südwind erstellte Bericht also gelesen, kritisch mit den adidas zur Verfügung stehenden Informationen geprüft und für “oberflächlich und vage” und befunden: “Wir prüfen regelmäßig unsere Lieferanten, und die Ergebnisse der jüngsten Fabrikbesuche, -kontrollen und Mitarbeiterbefragungen unterstützen in keiner Weise die von Südwind formulierten Vorwürfe. Darüber hinaus zeichnet der Bericht in erheblichem Maße ein irreführendes Bild über die aktuellen Arbeitsbedingungen in unseren Zulieferbetrieben in Indonesien.”

Weiterhin wirft adidas dem Institut vor, ungenau gearbeitet zu haben, seine Quellen unter Verschluss zu halten und schreibt: “Wir sind verpflichtet die Behauptungen im Bericht weiter zu untersuchen und werden dies tun, sofern Südwind und seine lokalen Partner TURC / LIPS ihre Informationsquellen vollständig offen legen.”

Fazit: adidas unternimmt vorerst nichts, außer substanzlose und phrasenhafte Pressemitteilungen zu verfassen. Dass die indonesischen Beschäftigten der PT Kizone immer noch darum kämpfen, von adidas mit Respekt behandelt zu werden und die ihnen rechtmäßig zustehende Entschädigung zu erhalten, davon verliert die Sustainability-Abteilung kein Wort. Auch nicht zu den seit Tagen hereinflutenden Kommentaren auf ihren Facebook-Seiten und Blogs. Schon allein deswegen erscheint adidas’ Kommentar unglaubwürdig und sein Engagement für menschenwürdige Arbeitsbedingungen nicht mehr als eine Marketingstrategie zu sein.

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